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Batman: Arkham Origins Review

The Big Bad Bat

Mit Batman Arkham: Origins kehrt der Mann im Fledermauskostüm zurück, um Kleinganoven zu Brei zu schlagen und Gothams Unterwelt das Fürchten zu lehren. Denn Arkham: Origins erzählt die Geschichte eines jüngeren, etwas ungezügelten Batmans, der sich selbst noch einiges zu beweisen hat. Bevor der dunkle Ritter zum Schrecken von Gothams Unterwelt avancierte, wurde er von der Polizei verachtet und von den Verbrechern der Stadt als Mythos gehandelt. Erst als der Gangster Boss Roman Sionis, auch als Black Mask bekannt, sich dazu entschied ein Kopfgeld von 50 Millionen Dollar auf Batman anzusetzen rückte der dunkle Ritter ins Rampenlicht. Acht legendäre Attentäter nahmen sich der Sache an, darunter bekannte und gefürchtete Namen wie Bane, Deathstroke oder auch Firefly.

Und diese acht Superschurken machen den größten Unterschied zwischen Arkham: Orgins und dessen legendären Vorgänger Arkham: City aus. Das erste Mal fühlen sich Bosskämpfe in einem Batman Spiel richtig gut an. Der Kampf mit Deathstroke gleicht einer brutalen Prügelei zwischen zwei ebenbürtigen Kampfkünstlern, die einander nichts schenken und bis an ihr Limit gehen. Jeder der Bosskämpfe hat einen eigenen Twist, ist kreativ gestaltet und macht immer wieder Spaß. Jedoch ist das die einzige größere Änderung die der neue Entwickler Warner Brothers Montreal in das Spiel eingebaut hat. Alles andere fühlt sich eher so an als wäre es aus Arkham City direkt übernommen worden. „If it ain’t broken don’t fix it“ ist ein bekannter Spruch aus dem Englischen, dem ich auch zustimmen würde, doch ein paar Alleinstellungsmerkmale hätten dem Spiel sicher nicht geschadet. Es wurde zwar ein wenig an der Kampfmechanik gewerkelt, so hat man nun ein kleineres Zeitfenster, welches Bruce Waynes Unerfahrenheit demonstrieren soll, für einen Konter, doch das Einzige was damit erreicht wird ist, dass man schneller getroffen wird und viel schwerer in einen schönen Flow kommt.

Der neueste Teil der Batman Reihe spielt endlich in Gotham City. Gotham City ist eine der größten Städte im DC Universum, den Comics zufolge beheimatet die Metropole mehrere Millionen von Menschen. In dem Spiel ist davon leider nichts zu sehen denn die einzigen Passanten, die man sieht, sind Ganoven und Polizisten. Was in Batman Arkham City noch Sinn machte, da es sich dort um eine Gefängnisinsel handelte, ist in Arkham Origins bloß verschenktes Potenzial. Die Bewohner wurden am Anfang des Spiels von der Polizei darauf hingewiesen sich in ihrem Heim zu verschanzen und daran hat sich scheinbar jeder einzelne Bewohner der Stadt gehalten. Das Spiel in einem Teil von Gotham City spielen zu lassen bot einiges ein Potenzial bezüglich der Nebenmissionen, von dem aber nahezu gar nichts eingelöst wurde. So hätte man vielleicht Passanten aus einer brenzligen Situation befreien oder wenigstens einen Handtaschendiebstahl verhindern können. Stattdessen sind die meisten Nebenaufgaben einfache Schlägereien mit gewöhnlichen Gangstern, oder Riddler Rätsel, der in diesem Teil noch nicht als Riddler sondern als Enigma bezeichnet wird und keine Riddler Trophäen, sondern Datenpakete in der Stadt verteilt hat.

Als angekündigt wurde, dass der nächste Teil der Batman Reihe nicht von dem britischen Entwicklerstudio Rocksteady, sondern von dem neu gegründeten Warner Brothers Montreal entwickelt wird, herrschte verhaltene Stimmung in der Gamer Gemeinde. Denn Rocksteady hatte es geschafft einen Batman Titel in den Spielolymp zu heben, nicht nur die innovativen Mechaniken und Systeme, sondern auch eine großartige Story machten Batman Akrham Asylum zu einem der besten Spiele dieser Generation. Und in Sachen Story muss sich das Arkham Asylum Prequel vor den beiden Vorgängerteilen nicht verstecken, denn wer auf Batman steht, wird diese Story lieben. Ein sehr stimmungsvoller Anfang führt den Spieler in die Welt von Arkham Origins ein und wird mit der Zeit stetig besser, besonders das letzte Viertel fetzt richtig und das Finale ist wohl das Beste in der Reihe. Die erste Begegnung mit so vielen etablierten Charakteren, aus Comics und der TV-Serie, machen dieses Spiel zu etwas ganz besonderem für einen Batman Fan wie mich. Ob es sich nun um die Interaktionen zwischen Alfred und Bruce Wayne handelt oder die erste Begegnung mit Captain Gordon. Die Dialoge sind hervorragend geschrieben und werden von den Sprechern fantastisch wiedergegeben. Hierbei muss man den neuen Sprecher von Batman ganz besonders loben, denn der schafft es perfekt eine jüngere Version von Kevin Conroys dunklem Ritter zu erschaffen. Auch Troy Baker leistet als Joker sehr gute Arbeit. Der von Christopher Drake komponierte Soundtrack untermalt die Atmosphäre des Spiels perfekt und erinnert leicht an Hans Zimmers Score aus Christopher Nolans Batman Filmen.

Ein negativer Punkt ist mir leider, was die Technik angeht, aufgefallen, denn gelegentlich geschieht es, dass man an Wänden oder in Spalten feststeckt nachdem man sich mit dem Greifhaken dorthin gezogen hat. Und gelegentlich gibt es die eine oder andere matschige Textur, die es in den Vorgängern nie zu sehen gab. Und auch generell, was die Grafik angeht, merkt man der Unreal Engine 3 ihr Alter an, denn was 2009 noch High End Grafik war wirkt heutzutage leider etwas veraltet. Manche Charaktere sehen sehr gut aus und haben tolle Gesichtsanimationen, wobei andere wiederum zu plastisch wirken.

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Ein weiteres Feature bietet das Spiel noch. Und zwar handelt es sich um einen äußerst originellen Multiplayer Modus, der separat von den Jungs bei Splash Damage entwickelt worden ist. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten 3 vs. 3 vs. 2, wo jeweils 2 Teams Gruppen von Gangstern spielen und ein Team die Rollen von Batman und Robin übernimmt. Der Modus macht sehr viel Spaß mit Freunden, bräuchte allerdings einen Balancing Patch.

Fazit:

Alles in allem ist Batman Arkham Origins ein sehr gutes Spiel, vielleicht ein wenig schwächer als dessen fantastische Vorgänger, doch bietet er besonders für Fans des „Capped Crusaders“ genügend qualitativ hochwertigen Inhalt um sie für Wochen bei der Stange zu halten. Das Einzige, woran noch ein wenig gewerkelt werden müsste, sind die Bugs im Spiel und der Multiplayer Modus. Warner Brothers Montreal haben ihre Feuertaufe mit Auszeichnung bestanden und ich bin schon sehr gespannt, was für ein Projekt das Team als Nächstes angeht.

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